Akkus sicher lagern

Lithium-Ionen Batterien sicher in Gebäuden lagern und laden mit ADESATOS Li-Ion 90 Safe und Li-Ion 90 Charge Sicherheitsschränken Typ 90. Unsere Li-Ion Pro Akku-Lagerschränke sind GS geprüft gemäß EK5 / AK4 22-01 Prüfgrundsätzen.

LI-Ion Schränke Highlights

Sichere Lagerung und Ladung von Lithium-Ion (LI-Ion) Batterien in „Typ 90“ Sicherheitsschränken

1. Warum besondere Anforderungen bei Li-Ion-Batterien?

Lithium-Ion-Batterien bergen spezifische Risiken:

  • Bei Fehlfunktionen, Überhitzung oder innerem Defekt kann es zu einem sogenannten „thermischen Durchgehen“ („thermal runaway“) kommen — die Batterie erhitzt sich stark, beginnt auszuschäumen, ggf. zu brennen oder zu explodieren.

  • Die dabei entstehenden Flammen und heißen Gase können auf benachbarte Batterien übergreifen, was eine Kettenreaktion zur Folge haben kann.

  • Zudem sind die Produkte der Zersetzung (z. B. heiße Gase, toxische Stoffe) zu berücksichtigen.

Daher müssen Lager- und Ladeeinrichtungen für Li-Ion-Batterien so gestaltet sein, dass sie diese Risiken wirksam reduzieren.

2. Was versteht man unter einem „Typ 90“-Sicherheitsschrank?

Ein Sicherheitsschrank mit Kennung Typ 90 bzw. F90 / EI90 weist folgenden Charakteristika auf:

  • Der Schrank wurde feuerkampfgeprüft und gewährleistet mindestens 90 Minuten Feuerwiderstand (Feuerwiderstandsklasse F90 bzw. EI90) gegen einen Brand von außen nach innen bzw. innen nach außen. 

  • Üblicherweise nach Normen wie EN 14470‑1 („Sicherheitsschränke für brennbare Flüssigkeiten“) oder EN 1363‑1 („Feuerwiderstand von Bauteilen“) geprüft.

  • Der Begriff „Typ 90“ bedeutet also: mindestens 90 Minuten Schutz bietet der Schrank – wichtig bei einer Batterie­lage, denn so bleibt Zeit für Evakuierung, Brandbekämpfung oder Kontrolle.

3. Anforderungen an die Lagerung und Ladung in solchen Sicherheitsschränken

Beim Einsatz von Typ 90-Sicherheitsschrank für Li-Ion-Batterien sollten folgende Gesichtspunkte beachtet werden:

3.1 Konstruktion und Ausstattung

  • Der Schrank sollte Stahl-/Metallkonstruktion mit mehrfachen Wärmedämmschichten besitzen (z. B. doppelte/triple Wandkonstruktion). 

  • Entlüftung und Belüftung sind wichtig: Manche Modelle bieten aktive Lüftung oder integrierte Steckdosenleisten, damit Batterien im Schrank geladen werden können.

  • Ein automatischer Schließmechanismus der Türen bei Feuer (z. B. selbstschließend) sowie Rauch- und Temperatursensoren erhöhen die Sicherheit. 

  • Auch Kabel- und Luftdurchführungen müssen feuerbeständig ausgeführt sein. 

3.2 Lagerung der Batterien

  • Batterien sollten möglichst stabil gelagert werden, nicht lose oder gestapelt in großer Menge ohne Abstand.

  • Der Ladezustand sollte beachtet werden: Für langfristige Lagerung wird oft ein Teil­ladestand empfohlen (z. B. 30-60 % der Kapazität) – dies reduziert Energie im System und damit das Risiko eines großen Ereignisses. 
    (Hinweis: Diese Empfehlung betrifft vor allem Lagerung; spezifisch für Sicherheitsschränke kann zusätzlich z. B. Vorgabe des Herstellers gelten.)

  • Lithium-Ionen-Batterien sollten vor Kurzschlüssen geschützt sein (Klemmen isolieren, getrennt lagern).

  • Der Standort des Schranks sollte nicht neben stark brandfördernden Materialien sein; Raum belüftbar und ausreichend brandschutztechnisch dimensioniert.

3.3 Ladung innerhalb des Schranks

  • Wenn im Schrank geladen wird („aktive Lagerung“): Der Schrank muss dafür geeignet sein, z. B. Steckdosenleisten, Belüftung, Temperaturüberwachung integriert. 

  • Eine kontrollierte Umgebung: Temperatur, Abstand, Belüftung – Überhitzung vermeiden.

  • Der Hersteller-Anweisungen für Ladegeräte, Ladezyklen, Anzahl der gleichzeitig geladenen Batterien müssen beachtet werden.

4. Rechts- und Normenlage / Risikoabsicherung

  • Für die Lagerung von Li-Ion-Batterien existieren nicht jederzeit spezifische gesetzliche Vorschriften, die alle Fälle regeln. Beispielsweise heißt es bei einem Hersteller: „Derzeit gibt es keine gesetzlichen Vorschriften für die Lagerung von Lithium-Batterien / Lithium-Ion-Batterien“. 

  • Dennoch: Als gefährliche Güter der Klasse 9 (z. B. bei Transport) gelten Li-Ion-Batterien. 

  • Der Einsatz von Typ 90-Sicherheitsschränken zeigt, dass Unternehmen proaktiv Risiko reduzieren und im Brandfall eine erhebliche Schutzdauer schaffen.

  • Im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz (z. B. in Deutschland) sollte das Lager- und Ladeverhalten von Li-Ion-Batterien bewertet werden (z. B. Brandrisiko, Verteilung der Energien, Größe der Batteriepackungen, Ladezustand).

  • Außerdem sollten Brandschutz- und Gebäudeschutzkonzepte (z. B. Fluchtwege, Alarmierung, Löschmittel) mit der Lagerung von Batterien abgestimmt sein. Gerne sind wir Ihnen hierbei behilflich.

5. Vorteile eines Typ 90 Sicherheitsschranks für Li-Ion-Batterien

  • Zeitgewinn im Brandfall: Mindestens 90 Minuten Schutz bieten Raum, um Maßnahmen zu ergreifen (Evakuierung, Feuerwehr, Brandbekämpfung).

  • Schutz vor Ausbreitung: Der Schrank verhindert, dass ein Batteriebrand sofort auf Umgebung übergreift oder Umgebung einen Schrankbrand erzeugt (Schutz von innen → außen und außen → innen). 

  • Kontrollierte Lade- und Lagerbedingungen: Durch integrierte Steckdosen, Belüftung und Sensorik kann aktives Laden innerhalb des Schranks erfolgen – das reduziert Risiko im Verhältnis zu Lade-Prozessen in offenen Räumen. 

  • Professionelle Ausstattung und geprüfte Konstruktion: Damit wird das Risiko gegenüber improvisierten Lagerlösungen deutlich gesenkt.

6. Hinweise zur praktischen Umsetzung

  • Wählen Sie einen Akku Schrank, der entsprechend zertifiziert ist (z. B. EN 14470-1, Typ 90).

  • Stellen Sie den Schrank nur in einem Innenraum auf (nicht im Außenbereich ohne geeignete Ausstattung) – viele Hersteller weisen ausdrücklich darauf hin. 

  • Sorgen Sie für ausreichende Belüftung des Raums, Entfernung von Zündquellen, gute Zugänglichkeit im Brandfall.

  • Lagern Sie Batterien nicht über der empfohlenen Anzahl und nicht langsame Entladung oder Überladung zulassen.

  • Prüfen und warten Sie den Schrank gemäss Herstellerangaben (Sensorik, Lüftung, Alarmkontakte, Türen, Dichtungen).

  • Schulen Sie Mitarbeitende hinsichtlich der Besonderheiten von Li-Ion-Batterien – insbesondere, dass ein Batteriebrand anders verlaufen kann als herkömmlicher Brand (z. B. schwerer zu löschen, Gasentwicklung).

  • Dokumentieren Sie Lager- und Ladeprozesse: welche Batterietypen, Anzahl, Ladezustand, Dauer, Verantwortliche.

7. Fazit

Die sichere Lagerung und Ladung von Lithium-Ion-Batterien stellt eine Herausforderung dar – nicht zuletzt, weil im Fehlerfall erhebliche Risiken bestehen. Der Einsatz eines geprüften Typ 90-Sicherheitsschranks bietet eine fundierte technische Maßnahme, um das Risiko von Batteriebränden oder deren Ausbreitung deutlich zu reduzieren. Entscheidend ist jedoch, dass diese Technik mit passenden Lager- und Ladeprozessen, Mitarbeiter­schulung sowie Brandschutz- und Gefährdungsbeurteilung kombiniert wird.

Senden Sie uns Ihre spezielle Anforderung zur Lagerung von Batterien, unsere Mitarbeiter kontaktieren Sie umgehend.